Quartierverein Kurzdorf besucht Führungsbunker GrBr7

Der Quartierverein Kurzdorf bot eine Führung im ehemaligen Führungsbunker der Grenzbrigade 7 am Ottoberg bei Weinfelden an.

Das Interesse war erstaunlicherweise, sowohl bei Männern als auch Frauen gleichermassen vorhanden. So konnte die Führungscrew, bestehend aus Mitgliedern des Festungsgürtels Kreuzlingen, unter der Leitung von Vizepräsident Urs Ehrbar, die 21 Kurzdorfer und Kurzdorferinnen vor dem ehemals geheimen Eingang zum Bunker, begrüssen.


Dieser Bau wurde Ende der 30ger Jahre erstellt und nach dem 2. Weltkrieg zu Beginn des Kalten Krieges weiter ausgebaut, so dass sich in der Endphase ca. 150 Wehrmänner während 50 Tagen autonom darin hätten aufhalten können. Allerdings keine sehr angenehme Vorstellung und gar noch nicht so lange her!
Aufgeteilt in 3 Gruppen wurden uns u.a. die Räumlichkeiten mit den speziellen Installationen, die eher dürftig eingerichtete Küche und die Mannschafts- und Kommandoräume gezeigt. Andy Hösli erklärte uns die damaligen Tagesabläufe und die Unterhaltsarbeiten. Die Mannschaft basierte so lange wie möglich auf der Strom- und Frischwasserzufuhr der Gemeinde Weinfelden und hätte nur im Notfall ihre eigenen Notvorräte und Generatoren benutzt. Einen wichtigen Zweck sollte die Filter-anlage für die Frischluftzufuhr erfüllen. Die Sammlung der Übermittlungsgeräte war ebenfalls sehr beeindruckend. Vom ersten Feldtelefon, über umstöpselbare Vermittlungsstationen hin bis zu Telefaxapparaten wird alles fein säuberlich (mit Anleitungen) präsentiert.

Spezielle Räume wurden zu Waffensammlungen umfunktioniert. In denen Gewehre seit der Erfindung dieser Schusswaffe, hin bis zu aktuellen Versionen vorgestellt werden. Max Kunz, ein begnadeter Waffenkenner und Sportschütze, erklärte uns detailgenau die kostbaren Spezialitäten und Besonderheiten der einzelnen Ausstellungsobjekte. Da werden wahre Schätze der Gewehrbaukunst aus allen Epochen und Ländern (wenn man dem überhaupt so sagen darf), ausgestellt. Pistolen, MG`s, bis in unsere Zeitepoche stehen fein geputzt zur Schau. Speziell stolz war Kunz auf seine Kränze vom Schwaderlohschiessen, die seit Beginn der Kranzabgaben, von jedem Jahr vorhanden sind. Ausnahmen; 1940, da musste Munition gespart werden und Coronajahr 2022!

Im grossen Kommandoraum erklärte uns Urs Ehrbar welchen Auftrag die Grenzbrigade 7 im 2. Welt-krieg und welche Aufgaben dann im sogenannten Kalten Krieg in den 60/70ger Jahren hätten erfüllt werden müssen. Kartenausschnitte zeigen eindrücklich den gesamten Einsatzraum der GrBr 7 mit dem 11.5 km langen Festungsgürtel und seinen über 40 Kampfbunkern und Stellungen entlang des Seerheins.

Die sehr spannende und eindrückliche Führung wurde mit «Ghacktem» und Hörnli, Apfelmus und einem Stück Rüeblitorte im Schützenhaus Hau abgeschlossen.
Vielen Dank dem Wirte-Ehepaar Rüber!

mb